Nun zu einem Fieldreport der etwas anderen Art. Wie im Forum ja zu lesen war, trafen sich einige Mitglieder des Lairs zu einem fröhlichen Ausflug ins Land der Äpfel und des Ketchups. Ich möchte an dieser Stelle die wichtigsten Abenteuer zusammenfassen.
Anfahrt
Aus dem Lair anwesend: talentio, PLE, Pierre, DarkRaider, Ruslan, Sercuk, Sergey, Thosch und meine Wenigkeit.
Ich war mit talentio um 13:00 Friedrichstr. verabredet, um den 13:09-Zug zu kriegen. Gesagt getan, was sehen meine müden Augen (Freitag waren wir ja auch alle unterwegs) als erstes? Eine Horde Nazis mit "Skinheads Pankow"-T-Shirts. Bereits da dämmerte es mir, dass das ein Tag voller White Power wird. Wurde es auch.
Als nächstes tauchte Thosch mit einem Kaffee auf, der sich ihm später noch rächen sollte, aber ich greife vor. Mit überraschend geringer Verspätung traf dann der Viehtransporter ein, der uns nach Werder bringen sollte. Wir drei ließen uns dann auf einem halben Quadratmeter nieder. Als Thosch seinen Rucksack abnahm, konnte man sogar auch atmen. Nicht, dass man es wollte...es roch echt nach Mensch, bzw. "Mensch der gerade viele Zwiebeln gegessen hat und es mit Bier runtergespült hat". Achja, und 35°C waren es auch. Mindestens.
Was mich direkt zu Thoschs Kaffee führt, denn der gute verwandelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem menschlichen Wasserfall, so dass sogar Unbeteiligte ihm unaufgefordert Taschentücher anboten. Den Rest von seinem Kaffee wollte dann komischer Weise niemand. Den Rest der Fahrt vertrieb er sich, indem er eine etwas kurz geratene Kindergärtnerin aus Albanien gamete. Ich flirtete derweil mit einer nicht minder kleinen Französin. Aber irgendwie fühlt sich das falsch an, wenn einem dabei der 50-jährige Egon zärtlich in den Nacken seine Bierfahne haucht.
Das Drama an jeder Station, dass jemand reinwollte aber nicht durfte überlasse ich der Fantasie des geneigten Lesers, indessen kamen wir dann auch an. Das erste was auffiel waren lustige Fußballieder und Anabolika-Opfer mit modischen Kurzhaarfrisuren. Ja, so stelle ich mir ein familienfreundliches Frühlingsfest vor! Auf dem Bahnhof vereinten wir uns dann noch mit Sergey und DarkRaider, die in einem anderen Waggon mitfuhren und warteten auf den Rest, der bei Ruslan im Auto mitfuhr. Während dieses Wartens sahen wir dann auch so ziemlich die einzige interessante Frau des ganzen Tages - leider trug sie grün und die Obstacles guckten grimmig. Wir konnten uns deshalb dann nicht einigen wer wingt.
Die Suche
Schließlich kam dann der Chaostrupp im Mercedes angedüst mit einem wild winkendem Pierre auf dem Beifahrersitz und genervt guckenden Ruslan und Patrick. Sercuk schaute etwas apathisch. Patrick sprang raus und zeigte mir als erstes ein Video von Pierre beim pick-upen, das hoffentlich noch der Allgemeinheit zu Fortbildungszwecken zur Verfügung gestellt wird. Ruslan und Sercuk fuhren nur mal "schnell parken", wir kauften uns die erste Pulle Wein: "Himbeere". Rückwirkend betrachtet eher einer der besseren. Dabei stießen noch zwei Freunde von Pierre hinzu: Izmael und Jumbo (keine Ahnung wie die sich schreiben). Und nun ging der Spaß erst richtig los! Wir zogen los und Pierre telefonierte alle 15 Minuten mit Ruslan wo er ist, während er uns behauptete, dass wir in zwei Minuten da sind.
Irgendwann kamen wir dann auf dem Plantagenplatz(?) an und warteten. Und warteten. Um sich die Zeit zu verkürzen, ging Pierre auf Toilette wo er gefühlte zwei Stunden sich abseilte (wir schickten ihm schon besorgte SMS) und zog sich sein vollgekeimtes Unterhemd aus, um es bei Thosch im Rucksack zu deponieren. Das führte zu einer kleineren Rangelei, die diesmal ohne Verletzten auskam. Aber es war faszinierend, wie schnell plötzlich um uns leer wurde. Die Eingeborenen schienen es gewohnt.
Nach weiterem Warten riefen wir nochmal Ruslan an und verabredeten uns an der Brücke zur Insel, wo Patrick und DarkRaider gleich mal ein Set machten. Nun, etwa um 16:00 (ist nicht übertrieben, meine "Wie lange kackst Du?"-SMS an Pierre wurde um 15:29 abgeschickt), waren wir endlich vereint. Pierre hielt eine feierliche Rede über Zusammenhalt und wir stürzten uns ins Getümmel. DarkRaider kaufte noch einen weiteren Wein (Rhabarber), der aber deutlich zu süß war.
Pooaaaartttyyyyy
Auf der Insel angekommen warfen wir unsere Radare an und sahen...viel zu junge bzw. viel zu unterschichtige Mädels. Die meisten vereinten beide Vorzüge auf einmal. Nuja, was nicht ist, kann ja noch werden. Thosch zog mit ein paar Padawans los, Pierre traf paar alte Freunde aus Falkensee, die sich später mit ihm prügeln wollten und DarkRaider und Patrick machten ein loses Set auf der Treppe vor einer Kirche.
Irgendwann wurde es zu doof und wir zogen los um HBs zu suchen. Gefunden haben wir keine. Nach ein paar mehr oder wenigen gelungenen Gesprächen mit weiblichen Alk-Opfern, gerieten wir an das Highlight des Abends. Ich habe keine Ahnung wie sie hießen, aber beide waren stockbesoffen, die eine fröhlich, die andere aggro. Patrick schnappte sich die fröhliche und ich versuchte ihm die Aggro vom Hals zu halten. Dabei torkelte sie ständig gegen mich und war die ganze Zeit angelehnt. Dafür, dass sie mich und meine Freunde alle doof fand und wollte, dass wir bitte weitergehen, blieb sie recht lange und schenkte uns sogar Ihren Aldi-RedBull, verdünnt mit Wodka. Für mich war das ziemlich lehrreich, denn besoffene Aggro-Biatches werde ich bestimmt noch oft wingen. Patrick hat aus diese Begegnung noch ein Andenken, aber dass soll er wenn, dann selbst erzählen. :) Da sie uns mehrfach baten weiter zu gehen, blieb uns nicht anderes übrig, als noch ne ganze Weile laut singend und hüpfend bei ihnen zu bleiben.
Anschließend wurde uns langweilig und so klauten wir Pierres Handy, was zur zweiten physischen Auseinandersetzung des Tages führte. Damit wir auch wirklich Spaß haben, entschied sich Patrick, dass es eine gute Idee ist, just in dem Moment Heuschnupfen zu kriegen und so kam sein Gehirn aus seiner Nase raus. Ich ging mit ihm zur ersten Hilfe, ob sie etwas hätten und wurden von dem Wunderwerk des medizinischen Fortschritts nicht enttäuscht: Er bekam zwei Taschentücher die einer der Sanis privat dabei hatte. Es waren auch ein paar echt süße Saniteusen dabei, aber irgendwie fühlte es sich falsch an, zwischen den blutenden Alk-Opfern deren Betreuung anbzulenken. Also gingen wir unverrichteter Dinge. Draußen wurde es bei Patrick noch schlimmer, doch wie so oft kam die Rettung in Form von einer Person mit fehlendem Y-Chromosom: Ich wollte selbstsüchtig seine Indisposition für ein Set nutzen und bat zwei etwas junge aber sonst ganz süße HBs nach Taschentüchern und ob sie eventuell etwas gegen Allergien haben. Tatsächlich hatten sie was und aus meinem Set wurde nichts, denn die erste kramte die Tablette raus und die andere guckte mitleidig Patrick an, der wie ein Häufchen Elend auf einer niedrigen Mauer saß und nicht wusste ob er niesen oder schnauben soll. Leider konnten wir das Set auch nicht halten, als es ihm besser ging, aber immerhin war der Abend weitgehend gerettet.
Weg zum Bahnhof
Als wir zum Rest stießen, schaffte es Pierre gerade einen fröhlichen Besoffenen in einen Aggro-Besoffenen umzuwandeln. Ein Kunststück, das ihm noch mehrfach gelingen sollte. Als in unseren direkter Umgebung die dritte Prügelei begann (ein Rollstuhlfahrer wollte durch, jemand tippte einen an, der im Weg stand, dieser tippte mit seinen Fäusten zurück, talentio schaffte es irgendwie zu deskalieren), entschieden wir uns zu gehen, bevor wir auch was abkriegen.
Der Weg ging eher zäh vorran, der deutlich zu fröhliche Pierre schaffte es immer wieder irgendwelche Boneheads im Gegenverkehr zu provozieren, zum Glück wurden die dann von den Massen weggedrängt. Als Glücksfall stellte sich ein Krankenwagen heraus, der mit Blaulicht aber trotzdem langsam weg musste. Also gingen wir hübsch hinterher. Als ich anmerkte, dass ich mir wie in einem Trauerzug vorkomme, fing jemand an laut "Auld Lang Syne" zu summen und alle machten mit. Naja, DarkRaider sah so aus, als würde er so tun, dass er uns nicht kennt, aber ich bin mir sicher, das war nur ein Missverständnis.
Als nächstes trafen wir eine Gruppe von drei Mädels, von denen eine total besoffen war und die anderen beiden einen auf Aufpasser machten. Ich bemerkte die Besoffene (sie hieß Lola wie es sich später heraustellen sollte), als sie ihre Titten Patrick mit Anlauf in den Rücken rammte. Sie erzählte noch, dass sie jemanden zusammengeschlagen hatte, weil er ihre Freundin angefasst hatte. Sympathisch. Wir zogen aber erstmal alleine weiter.
Bis Patrick das Set des Tages machte: Zwei total besoffene ~45-jährige die sich vor uns fast auf die Nase legten. Was da genau lief weiß ich nicht, denn ich flüchtete nach vorn. Der weniger glückliche DarkRaider wurde ins Set gezogen und dann alleine gelassen. Er stellte sie dann irgendwann am Wegesrand ab und machte sich auch aus dem Staub. Ich weiß nicht, ob er das Patrick verzeihen kann.
Rückfahrt
Am Bahnhof trafen wir dann Lola mit Ihren Kindermädchen wieder. Irgendwie schaffte sie es unterwegs noch Wein zu besorgen und teilte fleissig mit uns. Gut, streicht das "uns" und macht ein "Pierre" draus, der noch schnell State aufbauen wollte. Im Zug hab ich dann Ihre Freundinen ruhig gestellt (Ich so: "Wenn Ihr so gut auf sie aufpasst, warum ist sie dann so besoffen?" Sie so: "Weiß ich doch nicht... Du Klugscheißer!" Ich so: "Ihr seid ja unfreundlich!" Sie so: "*flenn*", naja waren noch Kinder) und Lola konnte machen was sie wollte. Machte sie auch. Sie lag abwechselnd auf Patrick, Pierre und mir. Zwischendurch machte sie sich auch an DarkRaider ran, als wir Ihr verrieten, dass er voll die tolle Uniform hat. Er hatte aber wohl seinen Walkman zu laut und bemerkte sie nicht.
Patrick hielt es in diesem Augenblick für spaßig ein bisschen "Die Sims" zu spielen und führte Pierre straight zum KC mit Lola. Ich bin ja der Meinung, dass KC mit Alk-Leichen ähnlich schwer ist, wie Behinderte verprügeln, aber jedem das seine. ;) Um keine lange Weile aufkommen zu lassen, verschwand Pierre wieder für ne halbe Stunde auf Klo, bis circa fünf Personen verzweifelt an die Tür hämmerten. Was er da so lange machte, wissen nur Gott und die Toilettenschüssel. Auf dem Rückweg kippte er mich jedenfalls mit seinem Obstwein voll und ich brach ihm in Gedanken sein Genick.
Nach dem KC sollte den #C kein Problem sein würde man meinen, oder? Falsch gemeint! Patrick ließ Pierre freie Hand und, um es abzukürzen, es endete damit, dass Lola angepisst ausstieg und ihm den Mittelfinger zum Abschied zeigte. Patrick und mir winkte sie freundlich zu. ;) In diesem Augenblick hatte sich der ganze Waggon gegen unseren kleinen Gigolo solidarisiert. Ich habe es noch nicht erlebt, dass eine einzige Person es schafft, so vielen Leuten auf einmal auf die Nerven zu gehen - eine echte Leistung! :D
Irgendwie haben wir es dann doch geschafft ihn nicht umzubringen und kamen alle gesund beim Lair an. Alle die es bis hierher durchhielten: Danke! Bin für Vervollständingungen dankbar, konnte den Text leider nicht groß korrekturlesen.
In diesem Sinne: Werder, immer eine Reise wert!
TroubleM4ker - 26. Apr, 18:27